Rechnungen schreiben, Belege sortieren, Umsatzsteuer melden – Buchhaltung kostet Zeit und Nerven. Zum Glück gibt es Software, die dabei ordentlich entlastet. Doch es stellt sich die Frage: DATEV, Lexware oder sevDesk?
Wer ein Unternehmen führt, kommt an geordneten Finanzen nicht vorbei. Doch welches Programm passt am besten? DATEV, Lexware oder sevDesk stehen dabei besonders häufig zur Wahl.
Die drei Tools bedienen unterschiedliche Bedürfnisse – von der kleinen Selbstständigkeit bis zur professionellen Steuerkanzlei. Dieser Überblick zeigt, wo jedes Programm glänzt und wo es seine Grenzen hat.
DATEV, Lexware oder sevDesk in Kürze
- DATEV ist das Standardsystem für Steuerberatungskanzleien und eignet sich besonders für Unternehmen, die eng mit einem Steuerberater zusammenarbeiten.
- Lexware überzeugt mit jahrzehntelanger Erfahrung, modularem Aufbau und integrierter Lohnabrechnung im Vollpaket.
- sevDesk richtet sich an Gründer:innen und kleine Unternehmen, die eine schlanke, cloudbasierte Lösung mit einfacher Bedienung suchen.
- Alle drei Programme unterstützen GoBD-konforme Buchführung und die seit 2025 geltende E-Rechnungspflicht im Empfang.
- Die Entscheidung hängt vom Betriebsmodell, dem Belegvolumen und der Zusammenarbeit mit einem Steuerberater ab.
Was hinter den drei Programmen steckt
Buchhaltungssoftware ist längst kein Nischenthema mehr. Gerade kleine und mittlere Unternehmen stehen vor einer wachsenden Pflichtenlage.
GoBD-konforme Aufzeichnungen, Umsatzsteuervoranmeldungen per ELSTER und – seit dem 1. Januar 2025 – der verpflichtende Empfang von E-Rechnungen im B2B-Bereich.
Vor diesem Hintergrund lohnt sich ein genauer Blick darauf, was DATEV, Lexware oder sevDesk tatsächlich leisten. Denn Unterschiede gibt es – sowohl beim Funktionsumfang als auch bei den Kosten.
DATEV, Lexware oder sevDesk im Vergleich
Schauen wir uns die drei Anbieter nun einmal im direkten Vergleich an.
DATEV – die Profilösung mit Kanzleianschluss
DATEV ist in rund 40.000 deutschen Steuer- und Wirtschaftsprüfungskanzleien im Einsatz.
Das Programm ist modular aufgebaut: DATEV Unternehmen online erlaubt den cloudbasierten Datenaustausch zwischen Betrieb und Kanzlei, während DATEV Lohn und Gehalt die Gehaltsabrechnung übernimmt.
Der Vorteil liegt auf der Hand, wenn der eigene Steuerberater ebenfalls DATEV nutzt. Daten fließen direkt in die Kanzleisoftware – ohne manuellen Export. Wer keinen DATEV-Steuerberater hat, profitiert dagegen kaum von diesem Ökosystem.
Lexware – bewährt und modular ausbaubar
Lexware ist seit Jahrzehnten auf dem deutschen Markt und gehört zur Haufe Group. Die Software deckt klassische Buchhaltung, Jahresabschlüsse, EÜR und – im XL-Paket – auch die Lohnabrechnung für bis zu 50 Mitarbeiter:innen ab.
Lexware Office (früher lexoffice) kostet je nach Paket zwischen 18 und 40 Euro pro Monat netto. Ein DATEV-kompatibler Export ist in allen Tarifen enthalten. Besonders stark: die automatisierte Belegbuchung bei hohem Geschäftsvolumen.
sevDesk – die schlanke Cloud-Lösung für Einsteiger:innen
sevDesk ist vollständig cloudbasiert und punktet mit einer übersichtlichen Benutzeroberfläche.
Rechnungen stellen, Belege erfassen, Umsatzsteuer melden – das alles funktioniert ohne Buchhaltungsvorkenntnisse. Es gibt sogar einen kostenlosen Einstiegstarif mit drei Rechnungen pro Monat.
Die kostenpflichtigen Tarife beginnen bei rund 17,90 Euro monatlich. sevDesk unterstützt DATEV-Export, XRechnung und ZUGFeRD vollständig. Seit 2025 gehört das Unternehmen zum französischen Softwareanbieter Cegid.
Preise und Funktionen im Überblick
| Merkmal | DATEV | Lexware Office | sevDesk |
|---|---|---|---|
| Cloudbasiert | Teilweise | Ja | Ja |
| Preis/Monat (netto) | Kanzleiabhängig | 18 – 40 € | 17,90 – 79 € |
| DATEV-Export | Nativ | Alle Tarife | Alle Tarife |
| Lohnabrechnung | Separates Modul | Im XL-Paket enthalten | Kostenpflichtiges Add-on |
| E-Rechnung (XRechnung/ZUGFeRD) | Ja | Ab XL-Tarif | Ab 12,90 €/Monat |
| Für wen geeignet | DATEV-Kanzleikunden | KMU, bis 50 Mitarbeiter:innen | Gründer:innen, Freelancer:innen |
DATEV, Lexware oder sevDesk: Auswahltipps
Bevor du dich festlegst, lohnt es sich, ein paar Fragen zu klären. Welches Programm nutzt dein Steuerberater? Wie viele Belege fallen monatlich an? Und: Brauchst du Lohnabrechnung oder reicht eine reine Buchhaltungslösung?
Wenn der eigene Steuerberater mit DATEV arbeitet, ist DATEV Unternehmen online oft der reibungsloseste Weg. Bei hohem Belegvolumen ohne Lohnbedarf liegt Lexware vorne. sevDesk wiederum ist ideal für den schnellen, unkomplizierten Start – besonders für Einzelunternehmer:innen und Freiberufler:innen.
E-Rechnungspflicht bei der Auswahl
Außerdem sollte die E-Rechnungspflicht bei der Auswahl eine Rolle spielen. Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle inländischen Unternehmen E-Rechnungen empfangen können.
Die Sendepflicht kommt gestaffelt ab 2027 beziehungsweise 2028 – je nach Jahresumsatz. Eine aktuelle Übersicht zu Fristen und Formaten hilft dabei, nichts zu verpassen.
Generell gilt: Alle drei Programme bieten Testphasen an. Wer sich unsicher ist, sollte die kostenfreie Testphase nutzen, bevor er sich für ein Jahresabo entscheidet.
- Steuerberater fragen, welches System er nutzt
- Testversionen der Programme in Anspruch nehmen
- Belegvolumen und Mitarbeiterzahl realistisch einschätzen
- E-Rechnungsversand rechtzeitig einplanen
Fazit zu DATEV, Lexware oder sevDesk
Einen eindeutigen Sieger gibt es nicht. DATEV, Lexware oder sevDesk lösen je nach Unternehmenstyp unterschiedliche Probleme – und das jeweils ziemlich gut.
Wer die Wahl bedacht trifft, spart sich dauerhaft Zeit und meidet böse Überraschungen beim nächsten Steuertermin.
Häufige Fragen kurz beantwortet
Muss meine Buchhaltungssoftware GoBD-konform sein?
Ja, grundsätzlich müssen alle steuerrelevanten Aufzeichnungen den GoBD-Anforderungen entsprechen. Das betrifft Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit und revisionssichere Archivierung. Was das konkret bedeutet, erklärt die zuständige Handelskammer gut verständlich.
Kann ich sevDesk oder Lexware nutzen, wenn mein Steuerberater DATEV verwendet?
Das funktioniert problemlos. Beide Programme bieten einen DATEV-kompatiblen Export, sodass der Steuerberater die Daten weiterverarbeiten kann. Eine direkte Schnittstelle zur DATEV-Cloud-Kanzleisoftware bietet Lexware zusätzlich an.
Welches Programm eignet sich am besten für Gründer:innen ohne Buchhaltungserfahrung?
sevDesk ist explizit auf Nutzer:innen ohne Buchführungsausbildung ausgelegt. Die Oberfläche führt Schritt für Schritt durch die Prozesse, und der Einstieg ist kostenlos möglich. Lexware Office ist ebenfalls einsteigerfreundlich, bietet aber mehr Tiefe für wachsende Unternehmen.
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